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Agentur-Betreiber
sind mit den neuen Verträgen nicht zufrieden - Der
Odendorfer Klaus Langenfeld: "Ich werde auf keinen Fall
unter-schreiben" - Vergütung soll um 30 Prozent
sinken Rhein-Sieg-Kreis. Dem
Betreiber der Odendorfer Postagentur, Klaus Langenfeld, droht
die Kündigung. Die Deutsche Post AG hat ihm einen neuen
Vertrag mit einer Unterschriftsfrist von 14 Tagen - mittlerweile
wurde sie bis zum 15. Februar verlängert - angeboten. "Ich
werde diesen Vertrag auf keinen Fall unterschreiben. Die
neuen Bedingungen sehen eine um 30 Prozent reduzierte Vergütung
vor, die Kündigungsfristen werden verkürzt", sagt
Langenfeld. "Von meinen vier Halbtagsangestellten müsste
ich mindestens zwei entlassen und meine Öffnungszeiten, die
im Moment rund 55 Stunden in der Woche betragen, einschränken",
berichtet er. "Wir werden allen unseren bundesweit 7 500
Filialpartnern neue Verträge anbieten. Diese sehen eine
leistungsorientierte Partnerschaft vor. Es gibt einen
Pauschalbetrag, der die Dienstleitungen betrifft und einen
variablen Teil. Der richtet sich nach dem aktiven Abschluss von
zum Beispiel Giro-Konten und Festnetzverträgen oder dem
Verkauf von Telefonkarten. Jeder Partner hat selbst in der
Hand, welchen Verdienst er macht", so die Pressestelle der
Deutschen Post AG. Sollte ein Partner den Vertrag nicht
eingehen, würde der Vertrag vom Betreiber oder der Post
gekündigt, in der zweijährigen Kündigungsfrist
würde zu den alten Konditionen weitergearbeitet. "Trotzdem
werden wir die gesetzlich vorgeschriebene Filialpräsenz
einhalten. Wir hoffen, dass dies mit unseren alten Partnern
gelingt, wo gesetzlich erforderlich werden wir sonst neue
Filialen anbieten", so die Deutsche Post AG weiter. Eitel
Sonnenschein liegt schon seit Ende vergangenen Jahres nicht mehr
über den Betreibern der Postagenturen in der Region. Was
weniger am Wetter als an den neuen Verträgen der Deutschen
Post AG liegt. Diese sehen nicht nur eine um 30 Prozent
reduzierte Vergütung vor, sondern auch eine verspätete
Gehaltszahlung. Dies würde für einen Agenturbetreiber
bedeuten, dass er beispielsweise seinen Lohn für den Monat
Januar nicht im Februar, sondern erst im März erhalten
würde. Ein Dorn im Auge sind den Betreibern aber auch
die Öffnungszeiten. Während "normale"
Postfilialen von 9 bis 11 Uhr geöffnet haben und einen Tag
in der Woche geschlossen sind, sollen Postagenturen bei einer
Stunde Pause von 8 bis 18 Uhr ihre Türen für Kunden
offen halten. Hinzu kommt, dass die bei einer Agentur
aufgegebenen Briefe und Päckchen künftig nicht mehr
von der Post abgeholt werden, sondern von den Betreibern zu
einer Sammelstelle gefahren werden. Mehr Arbeit für
weniger Geld heißt die knappe Formel, auf die
Agentur-Inhaber Rudolf Lui vom gleichnamigen
Schreibwarengeschäft am Alfterer Hertersplatz die neuen
Bedingungen bringt. "Das sind ganz harte Klopper",
sagte er am Freitag. Lui, der eine Vollzeitkraft und vier
Mitarbeiter auf 325-Euro-Basis beschäftigt, glaubt seine
"Kräfte nicht mehr halten zu können", wenn
bis Ende März die Verträge "ganz rigide"
umgesetzt werden. Christina Stylianou, Pressesprecherin bei der
Deutschen Post AG, bewertet die Verträge hingegen als Teil
einer "leistungsorientierten Partnerschaft", die es
Postagenturen ermögliche, "sehr hohe Margen" für
den Abschluss von Girokonten oder - ganz neu -
Unfallversicherungen einzustreichen. Angesichts einer
"schwierigen Wirtschaftslage" müsse sich auch der
Einzelhandel engagieren. Dazu gehörten auch Inhaber, die
sich bislang "zurückgelehnt" hätten. Bei
allem Engagement sollen die Dienste der "gelben Post"
(Briefe etc.), Telekom und Postbank nach wie vor nur ein
"zweites Standbein" der Agenturen sein. Was laut
Rudolf Lui überhaupt nicht zu verwirklichen ist. "Allein
in der Weihnachtszeit standen die Leute mit ihren Päckchen
und Karten bis in den Hof raus." Auch wenn sein bisheriger
Vertrag für zwei Jahre gilt und er sich - theoretisch - auf
keinen neuen Vertrag einließe, befürchtet er, dass
"von heute auf morgen die Leute wegen irgendwelchen
Kleinigkeiten gekündigt werden könnten". Und
wie entwickelt sich generell die Lage der Post in der Region?
Pressesprecherin Stylianou: "Ich kann nur sagen, was heute
ist, und nicht, was sich in den nächsten Monaten ändert."
Demnach werde es in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und
Swisttal keine Schließungen geben. Gerüchte um eine
Auflösung der Zustellerverteilungsstelle an der
Bonn-Brühler Straße in Alfter wies Stylianou zurück.
Statt dessen plane die Post in der ersten Jahreshälfte eine
Umgestaltung der Filiale im Rheinbacher Zentrum zu einer
"Center-Filiale" mit Beratungstischen. Von
Sandra Kreuer und Marcel Wolbe
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