|
Swisttal.
Die Diskussion um dem Bau einer Realschule in Swisttal ist
unangemessen, sie nimmt die von der Bezirksregierung getroffene
Entscheidung und ihre Begründung offensichtlich nicht zur
Kenntnis, bemängelt Peter Fränz, Pressesprecher
der Swisttaler CDU-Fraktion, die nicht enden wollenden
Diskussionen und
Veröffentlichungen zur Problematik einer eigenen Swisttaler
Realschule. Im Frühsommer hatte die Bezirksregierung Köln
es nach der Auswertung eines mehrfach nachgebesserten Gutachtens
über die mutmaßliche Entwicklung der Schülerzahlen
abgelehnt, den bedarf für eine eigene zweizügige
Realschule für die Gemeinde Swisttal mit Standort
Heimerzheim anzuerkennen und dafür eine Genehmigung in
Aussicht zu stellen. Mindestens 56 Schülerinnen und Schüler
müssen über einen Zeitraum von 10 Jahren mit
Sicherheit von der Grundschule zur Realschule wechseln, um
diesen Bedarf anzuerkennen. Peter Fränz: Für
wenige Jahre haben wir in der Region zwar noch eine hohe
Nachfrage nach Realschulplätzen, die auch an einzelnen
Schulen wie in Euskirchen und Rheinbach zu Engpässen
führt. Bereits ab dem Schuljahr 2005/2006 wirkt sich jedoch
überall der demographisch, das heißt durch kleinere
Geburtenjahrgänge bedingte Rückgang der Schülerzahlen,
auch in den weiterführenden Schulen aus. Dies sehe man
jetzt schon an den Grundschulen. Eine neue Schule errichtet man
aber nicht für wenige Jahre, sie muss vielmehr für
enige Jahrzehnte Bestand haben. Während die SPD
und die Grünen sich im Swisttaler Rat stets für den
Bau einer Realschule ausgesprochen hatten, hatte die FDP die
Notwendigkeit zurückgewiesen. In Zeiten knapper
Kassen sowohl im Land als auch in der Kommune und mit einem
drohenden Haushaltssicherungskonzept vor Augen leistet man sich
keinen Schulneubau für rund sechs Millionen Euro, so
Karl-Heinz Lamberty, Fraktionsvorsitzender der Liberalen in
Swisttal. Inzwischen hat sich in Swisttal auch eine
Elterninitiative gebildet, die weiterhin die Realschule fordert.
Die Eltern sehen die Probleme für ihre Kinder jetzt, eine
Entspannung der Situation im Jahre 2005 oder 2006 nützt
ihren Kindern nichts mehr. Die Gemeindeverwaltung und die
Mehrheitsfraktion CDU setzen weiterhin auf eine Übergangslösung
mit einer Kooperation mit den Realschulen der Nachbargemeinden
und bieten diesen auch eine finanzielle Beteiligung ab. Doch
Euskirchen und Rheinbach haben aufgrund eigener Platzprobleme
schon abgewunken, mit Weilerswist sind die Gespräche noch
nicht abgeschlossen. Lamberty hat zwar kein Verständnis für
die ablehnende Haltung der Nachbargemeinden, sieht hier aber
auch ein Versäumnis der Swisttaler Kommunualpolitiker,
Kollegen und Parteifreunde in Euskirchen und Rheinbach über
den tatsächlichen Stand der Dinge aufzuklären. Nach
den für Deutschland verheerenden Ergebnissen der
Pisa-Studie müsse ohnehin geprüft werden, ob
vorhandene Mittel nicht sinnvoller einzusetzen sind als es für
bald leer stehende Schulbauten zu vergeuden, sieht Lamberty neue
Prioritäten. Eine andere Lösung seiht Fränz
nach wir vor in seinem schon einige Monate alten Vorschlag, an
der Heimerzheimer Hauptstule einen einzügigen
Realschulzweig einzurichten. Im benachbarten Rheinland-Pfalz
wäre das möglich. Die Bezirksregierung Köln hat
dies aber unter Hinweis auf das nordrheinwestfälische
Schulrecht abgelehnt und will wohl auch keinen Präzedenzfall
schaffen. Man mag das alles bedauern, so Fränz,
es liegt aber nicht am mangelnden guten Willen der
Swisttaler Kommunalpolitiker und insbesondere der
CDU-Mehrheitsfraktion, wenn es nicht zum Bau einer Realschule in
Swisttal kommt. - RFW -
|