Thema Realschule lässt Swisttal nicht los

Datum: 18.09.02

Quelle: Swisttal Echo Nr. 38/2002, S.45

Swisttal. „Die Diskussion um dem Bau einer Realschule in Swisttal ist unangemessen, sie nimmt die von der Bezirksregierung getroffene Entscheidung und ihre Begründung offensichtlich nicht zur Kenntnis“, bemängelt Peter Fränz, Pressesprecher der Swisttaler CDU-Fraktion, die nicht enden wollenden Diskussionen und Veröffentlichungen zur Problematik einer eigenen Swisttaler Realschule. Im Frühsommer hatte die Bezirksregierung Köln es nach der Auswertung eines mehrfach nachgebesserten Gutachtens über die mutmaßliche Entwicklung der Schülerzahlen abgelehnt, den bedarf für eine eigene zweizügige Realschule für die Gemeinde Swisttal mit Standort Heimerzheim anzuerkennen und dafür eine Genehmigung in Aussicht zu stellen. Mindestens 56 Schülerinnen und Schüler müssen über einen Zeitraum von 10 Jahren mit Sicherheit von der Grundschule zur Realschule wechseln, um diesen Bedarf anzuerkennen.
Peter Fränz: „Für wenige Jahre haben wir in der Region zwar noch eine hohe Nachfrage nach Realschulplätzen, die auch an einzelnen Schulen wie in Euskirchen und Rheinbach zu Engpässen führt. Bereits ab dem Schuljahr 2005/2006 wirkt sich jedoch überall der demographisch, das heißt durch kleinere Geburtenjahrgänge bedingte Rückgang der Schülerzahlen, auch in den weiterführenden Schulen aus. Dies sehe man jetzt schon an den Grundschulen. Eine neue Schule errichtet man aber nicht für wenige Jahre, sie muss vielmehr für enige Jahrzehnte Bestand haben.“
Während die SPD und die Grünen sich im Swisttaler Rat stets für den Bau einer Realschule ausgesprochen hatten, hatte die FDP die Notwendigkeit zurückgewiesen. „In Zeiten knapper Kassen sowohl im Land als auch in der Kommune und mit einem drohenden Haushaltssicherungskonzept vor Augen leistet man sich keinen Schulneubau für rund sechs Millionen Euro“, so Karl-Heinz Lamberty, Fraktionsvorsitzender der Liberalen in Swisttal.
Inzwischen hat sich in Swisttal auch eine Elterninitiative gebildet, die weiterhin die Realschule fordert. Die Eltern sehen die Probleme für ihre Kinder jetzt, eine Entspannung der Situation im Jahre 2005 oder 2006 nützt ihren Kindern nichts mehr.
Die Gemeindeverwaltung und die Mehrheitsfraktion CDU setzen weiterhin auf eine Übergangslösung mit einer Kooperation mit den Realschulen der Nachbargemeinden und bieten diesen auch eine finanzielle Beteiligung ab. Doch Euskirchen und Rheinbach haben aufgrund eigener Platzprobleme schon abgewunken, mit Weilerswist sind die Gespräche noch nicht abgeschlossen. Lamberty hat zwar kein Verständnis für die ablehnende Haltung der Nachbargemeinden, sieht hier aber auch ein Versäumnis der Swisttaler Kommunualpolitiker, Kollegen und Parteifreunde in Euskirchen und Rheinbach über den tatsächlichen Stand der Dinge aufzuklären. Nach den für Deutschland verheerenden Ergebnissen der Pisa-Studie müsse ohnehin geprüft werden, ob vorhandene Mittel nicht sinnvoller einzusetzen sind als es für bald leer stehende Schulbauten zu vergeuden, sieht Lamberty neue Prioritäten.
Eine andere Lösung seiht Fränz nach wir vor in seinem schon einige Monate alten Vorschlag, an der Heimerzheimer Hauptstule einen einzügigen Realschulzweig einzurichten. Im benachbarten Rheinland-Pfalz wäre das möglich. Die Bezirksregierung Köln hat dies aber unter Hinweis auf das nordrheinwestfälische Schulrecht abgelehnt und will wohl auch keinen Präzedenzfall schaffen. „Man mag das alles bedauern“, so Fränz, „es liegt aber nicht am mangelnden guten Willen der Swisttaler Kommunalpolitiker und insbesondere der CDU-Mehrheitsfraktion, wenn es nicht zum Bau einer Realschule in Swisttal kommt“. - RFW -