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25-Jährige
soll 24 Mal Kokain verkauft haben - Amtsgericht verurteilt sie
zu 3 600 Euro Bußgeld Rheinbach. (lt)
Mit der Wahrheit nehme sie es nicht so genau, sagte Richter
Ulrich Schulte-Bunert am Mittwoch am Ende eines Drogenprozesses
gegen eine 25-jährige Frau aus Odendorf. Das Rheinbacher
Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass die Metallarbeiterin im
vergangenen Jahr insgesamt 24 Mal mit Kokain gehandelt hat.
Dafür verurteilte der Richter sie zu einer Geldbuße
in Höhe von 3 600 Euro. "Sie haben immer nur so
viel zugegeben wie gerade nötig", so der Vorwurf des
Richters. Nach der Vernehmung eines 27-jährigen Zeugen aus
Euskirchen stehe fest, dass die Frau nicht nur wenige Wochen,
sondern wahrscheinlich über ein halbes Jahr lang Kokain
verkauft habe. Außerdem besitze die junge Frau eindeutig
ein "mangelndes Unrechtsbewusstsein", begründete
Schulte-Bunert sein Urteil. Die Beschuldigte hatte zuvor
eingeräumt, im Mai und Juni 2001 mit Kokain gehandelt zu
haben. Es sei dabei aber lediglich um geringe Mengen gegangen.
Der 27-Jährige, der die Frau angezeigt hatte, konnte dem
Gericht hingegen glaubhaft darlegen, dass er zwischen Januar und
August seine Drogen regelmäßig von der Angeklagten
bezogen hatte. Grund für die Anzeige waren die
finanziellen Probleme des Belastungszeugen: Als er das Kokain
nicht mehr bezahlen konnte, habe die Drogenhändlerin ihm
gedroht, die angeblich katastrophalen Familienverhältnisse
beim Jugendamt zu melden. "Dann habe ich mich entschieden,
die Frau anzuzeigen", sagte der Mann am Mittwoch vor
Gericht. Für Amtsrichter Schulte-Bunert war
entscheidend, dass der Kläger durchweg bei seiner Aussage
blieb, obwohl er sich damit selbst strafbar machte. Gleichzeitig
unterstrich Schulte-Bunert noch einmal, dass ein Teilgeständnis,
wie es die Angeklagte ablegte, nicht für eine
Strafmilderung ausreiche. "Leute wie Sie verlängern
die Sucht anderer Menschen", sprach er der Frau ins
Gewissen.
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